Nicht alle Hagebuttenöle sind gleich. Rosa canina oder Rosa rubiginosa?
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Hagebuttenöl ist eines der bekanntesten Pflanzenöle in der Hautpflege. Aber wusstest du, dass sich hinter der Bezeichnung Hagebuttenöl Öle aus verschiedenen Rosenarten verbergen können?
In der Kosmetik werden unter anderem Hagebuttenöle aus Rosa canina und Rosa rubiginosa verwendet. Obwohl beide als Hagebuttenöl bezeichnet werden, stammen sie von unterschiedlichen Rosenarten.
Rosa canina ist die bekannteste Quelle für Hagebuttenöl
Rosa canina, auch Hundsrose genannt, ist eine in Eurasien weit verbreitete Rosenart und wird häufig zur Herstellung von Hagebuttenöl verwendet.
Eine umfassende Übersichtsarbeit, die 2024 in der Fachzeitschrift Frontiers in Pharmacology veröffentlicht wurde, untersuchte verschiedene Rosenarten sowie die Verwendung und Erforschung von Hagebutten in der Dermatologie.
In der Übersichtsarbeit zählt Rosa canina zu den am umfassendsten untersuchten Arten. Untersucht wurden unter anderem Vitamine, Fettsäuren, phenolische Verbindungen, Carotinoide und andere bioaktive Verbindungen in Hagebutten.
Dabei ist jedoch zu beachten, dass sich nicht alle Studien zu Rosa canina speziell mit Hagebuttensamenöl befassen. In Studien können auch die Frucht, die Schale, Pulver oder verschiedene Extrakte untersucht werden. Ergebnisse einer Studie zu einem Fruchtextrakt lassen sich daher beispielsweise nicht ohne Weiteres auf das Samenöl übertragen.
Rosa rubiginosa
Rosa rubiginosa ist auch unter den Bezeichnungen Rosa eglanteria und Rosa mosqueta bekannt. Es handelt sich um eine andere Rosenart als die häufiger verwendete Rosa canina.

Das Samenöl von Rosa rubiginosa zeichnet sich durch einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren aus. Zu den wichtigsten Fettsäuren gehören Linolsäure, eine Omega 6 Fettsäure, Alpha Linolensäure, eine Omega 3 Fettsäure, und Ölsäure, eine Omega 9 Fettsäure.
Rosa rubiginosa enthält trans-Retinsäure, eine aktive Form von Vitamin A
Besonders interessant ist Rosa rubiginosa, weil in Studien eine geringe Menge trans-Retinsäure, auch Tretinoin genannt, einer aktiven Form von Vitamin A, in ihrem Samenöl nachgewiesen wurde.
In einer 2006 im Journal of the American Oil Chemists' Society veröffentlichten Studie untersuchten Jacqueline Concha und ihre Kollegen Rosa rubiginosa Samenöl, das in der Studie als Rosa affinis rubiginosa bezeichnet wurde.
Die Forschenden verglichen drei Gewinnungsmethoden: herkömmliche Kaltpressung, enzymunterstützte Kaltpressung und Extraktion mit organischen Lösungsmitteln. In derselben Studie wurde auch der Tretinoingehalt des Öls bestimmt.
| Gewinnungsmethode | Tretinoin |
|---|---|
| Kaltpressung | 0,357 mg/l |
| Enzymunterstützte Kaltpressung | 0,324 mg/l |
| Extraktion mit organischen Lösungsmitteln |
0,051 mg/l |
Im kaltgepressten Öl wurde somit eine etwa siebenmal höhere Menge an Tretinoin gemessen als im mit Lösungsmitteln extrahierten Öl.
Auch im Radiant Red Berries Gesichtsöl von Floritar wird kaltgepresstes Rosa rubiginosa Samenöl verwendet.
Was sagt die Forschung über die Vorteile von Hagebutten für die Haut?
Trans-Retinsäure ist jedoch nur ein Aspekt der Forschung zu Hagebutten. Im Jahr 2024 veröffentlichte Frontiers in Pharmacology eine umfassende, peer-reviewte Übersichtsarbeit, in der Forschungsergebnisse zu Hagebutten und ihrer dermatologischen Anwendung zusammengefasst wurden.
Die Übersichtsarbeit fasst Forschungsergebnisse zu verschiedenen Rosenarten und zum dermatologischen Potenzial der in Hagebutten enthaltenen Verbindungen zusammen. Das Interesse an Hagebutten in der Hautpflege beruht nicht nur auf einem einzelnen Inhaltsstoff. Behandelt werden unter anderem Fettsäuren, Carotinoide, Tocopherole, Vitamine und phenolische Verbindungen.
Die Übersichtsarbeit behandelt Forschung zu Hagebutten unter anderem im Zusammenhang mit Hautalterung, Kollagensynthese, Hyperpigmentierung, Entzündungsprozessen, der Hautbarriere, Wundheilung und durch UV-Strahlung verursachten Hautveränderungen.

Abbildung: Oargă (Porumb), Cornea Cipcigan & Cordea, Frontiers in Pharmacology (2024), CC BY 4.0.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Abbildung nicht bedeutet, dass all diese Wirkungen für eine einzige Rosenart nachgewiesen wurden. Die Übersichtsarbeit fasst Forschung zu verschiedenen Rosenarten, Pflanzenteilen, Ölen, Extrakten und unterschiedlichen Studiendesigns zusammen.
Die Übersichtsarbeit behandelt auch Forschung zu Rosa rubiginosa sowie frühere wissenschaftliche Literatur zu trans-Retinsäure. Die Studie aus dem Jahr 2006 ist somit Teil eines wesentlich größeren Forschungsfeldes zur dermatologischen Anwendung von Hagebutten.
Warum verwendet Floritar Rosa rubiginosa Samenöl?
Das Radiant Red Berries Gesichtsöl von Floritar enthält gezielt Rosa rubiginosa Samenöl.
Wir haben uns aufgrund seiner interessanten Zusammensetzung und wissenschaftlichen Forschung für dieses besondere Hagebuttenöl entschieden.
Auch die Fettsäurezusammensetzung der von uns verwendeten Ölcharge wurde analysiert. Vergleicht man sie mit dem kaltgepressten Rosa rubiginosa Samenöl, das in der Studie von 2006 analysiert wurde, zeigen sich interessante Übereinstimmungen:
| Fettsäure | Studie 2006 | Von Floritar verwendetes Öl |
|---|---|---|
| Linolsäure | 47,87 % | 45,60 % |
| Alpha-Linolensäure | 26,41 % | 33,40 % |
| Ölsäure | 14,82 % |
16,20 % |
Besonders die Anteile an Linolsäure und Ölsäure liegen nah beieinander. Das von Floritar verwendete Öl enthält dagegen einen höheren Anteil an Alpha-Linolensäure.
Die Ähnlichkeit der Fettsäurezusammensetzung bedeutet jedoch nicht, dass der Tretinoingehalt des von Floritar verwendeten Öls dem in der Studie von 2006 gemessenen Wert entspricht. Um dies festzustellen, wäre eine separate Analyse genau der von uns verwendeten Ölcharge erforderlich.
Was unterscheidet verschiedene Hagebuttenöle?
Der Begriff Hagebuttenöl klingt zunächst eindeutig, doch was sich tatsächlich in der Flasche befindet, kann sich deutlich unterscheiden. Die Eigenschaften des Öls werden von der Rosenart, dem verwendeten Pflanzenteil, dem Gewinnungsverfahren und einer möglichen Weiterverarbeitung des Öls beeinflusst.
Das in Kosmetik verwendete Hagebuttenöl kann zum Beispiel aus Rosa canina oder Rosa rubiginosa gewonnen werden. Das Öl kann ausschließlich aus den Samen oder aus der ganzen Frucht gewonnen werden. Öl aus der ganzen Frucht hat aufgrund der darin enthaltenen Carotinoide und anderer natürlicher Pigmente in der Regel eine intensivere Farbe, während Samenöl besonders reich an essenziellen Fettsäuren ist.
Auch das Gewinnungsverfahren spielt eine Rolle. Hagebuttenöl kann beispielsweise kaltgepresst, mit CO₂ extrahiert oder mithilfe von Lösungsmitteln extrahiert werden. Eine Studie aus dem Jahr 2006 zu Rosa rubiginosa liefert hierzu ein interessantes Beispiel: Im kaltgepressten Samenöl wurden 0,357 mg/L trans-Retinsäure, also Tretinoin, gemessen, im lösungsmittelextrahierten Öl dagegen 0,051 mg/L. Die Fettsäurezusammensetzung veränderte sich in derselben Studie jedoch nicht in vergleichbarer Weise zwischen den verschiedenen Gewinnungsverfahren.
Hagebuttenöl kann außerdem unraffiniert oder auf unterschiedliche Weise weiterverarbeitet sein. Die Verarbeitung kann unter anderem Farbe, Geruch, Stabilität und den Gehalt an Verunreinigungen beeinflussen. Gleichzeitig können dabei einige der natürlich vorkommenden Inhaltsstoffe reduziert werden. Unraffiniert bedeutet daher nicht automatisch in jeder Hinsicht besser, und auch eine intensivere Farbe allein ist kein Qualitätsmerkmal.
Ein genauer Blick auf die INCI-Liste
Bei Kosmetik mit Hagebuttenöl lohnt es sich deshalb, genauer hinzusehen als nur auf die Bezeichnung Hagebuttenöl auf der Vorderseite der Verpackung. Die INCI-Liste kann Aufschluss darüber geben, welche Rosenart verwendet wurde und ob es sich um Samenöl oder Fruchtöl handelt. Das Gewinnungsverfahren lässt sich dagegen in der Regel nicht aus der INCI-Bezeichnung ablesen.
Hagebuttenöl ist also nicht ein einziges, immer gleiches Öl. Woher es stammt und wie es gewonnen wurde, beeinflusst das Öl, das letztlich auf die Haut gelangt.